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23. Juni 2017

Fotobuch „Unsere Hände“

Christine Holle (Sportlehrerin an unserer Schule), die sich intensiv mit der Bothmer-Gymnastik beschäftigt, bei der die Hände sehr im Vordergrund stehen, ist eines Tages bewusst geworden, dass wirklich ALLES, was geschaffen wurde, mit menschlichen Händen geschaffen wurde. So war das Thema, "Die menschliche Hand" geboren. Überall an der Schule waren plötzlich tätige Hände zu sehen.

Fritz Graf v. Bothmer entwickelte die Bothmer-Gymnastik. Er sieht die Hand als Verlängerung des Herzens. Alheidis von Bothmer (Begründerin der Bothmerschule in Stuttgart) schreibt:

"Die Hände sind sehr feine Wahrnehmungsorgane für die unsichtbaren Kräfte, die uns als Raumeskräfte umhüllen. In den gymnastischen Übungen wird durch die Hand der Kontakt zu diesen Kräften aufgenommen. Das ist nur mit "wachen" Händen möglich. Sie schmiegen sich flach in zunächst gedachte, später erlebte Ebenen hinein und schaffen die teilweise komplizierten räumlichen Verwandlungen, die in den Übungen entstehen. Diese "Handarbeit" kann nach einiger Übung bis in den Herzbereich hinein erlebt werden. Das können sehr tiefgreifende Erlebnisse von aus dem Kosmos herein strahlenden Kräften sein.“

Die Waldorfschule legt viel Wert auf das Handwerk, darauf, dass "ES" durch "die Hand" geht. Das  passiert in vielen Bereichen:
Beim Schreibenlernen (mit Wachsblöcken, Wachsstiften, Federn, Bleistiften, Füllern),  im Turnunterricht (Greifen, Fangen, Tragen, Halten, Stützen),
in der Eurythmie, beim Musizieren und Plastizieren.

Es tauchten unendlich viele Möglichkeiten auf, die Besonderheit der Hände – gerade an unserer Schule – in den Vordergrund zu stellen.

Cover – Fotobuch: Unsere Hände

Nachdem Christine Holle mit Ihrer Projektidee Hauke Dressler als Fotografen gewinnen konnte, stellten sie die Idee auf der Schulkonferenz vor. Das Kollegium wollte anhand von Probeaufnahmen entscheiden, ob das Projekt realisiert werden sollte. Die Bilder, die dann im Sommer 2016  zu den Themen Sport, Musik und Gartenbau entstanden, konnten das Kollegium überzeugen. Es gab insgesamt zwölf Fototermine, im Oktober 2016 wurden die Aufnahmen abgeschlossen.

Die Schüler reagierten sehr positiv auf die Arbeit, da sie die Herangehensweise verstanden haben.
Über den Montagsbrief wurden die Eltern im Vorfeld zu dem Projekt informiert, um die Möglichkeit zu bekommen, Einwände zu äußern. Da nur die Hände fotografiert wurden und der Rest unscharf war, sind die Bilder anonym geblieben, das Persönlichkeitsrecht wurde somit nicht verletzt und Schüler sowie Eltern waren mit dem Projekt einverstanden.
Auf dem Novembermarkt gab es anerkennende Reaktionen für die Idee und die Durchführung des Projekts.

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[10 Bilder] - Unsere Hände

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Schüler und Lehrer waren hoch motiviert. Da Hauke Dressler mit der Haltung eines „beobachtenden Reportagefotografen“ vorging, wurde der Ablauf des Unterrichts durch das Fotografieren nicht gestört.

Christine Holle: „Letztendlich sind die Fotos genauso geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe. Hauke hat das empfunden, was mir so wichtig war. Er hat wundervolle Motive gewählt und die Besonderheit der menschlichen Hand durch seine Bilder spürbar werden lassen.

Meine eigene Intention uns Lehrern, Eltern und Schülern das Wunderwerk der Hand zu verdeutlichen, sollte durch unsere Arbeit verwirklicht werden. Die Bilder sprechen für sich.“

Mit dem Projekt ist etwas sehr besonderes gelungen. Die Idee ist herausragend. Hauke Dressler war überrascht über die Vielfältigkeit der Möglichkeiten, die sich während der Arbeit ergaben. Die einzelnen Aspekte ergeben ein wunderbares Gesamtbild des Themas: Alles geschieht durch unsere Hände. Das Lernen in der Waldorfschule. Die Fotos schaffen es durch Reduzierung eine allgemeine Aussage zum Thema Waldorfpädagogik zu machen.

Christine Holle: „In meiner täglichen Arbeit mit den Schülern verweise ich regelmäßig auf die Betrachtung und Wahrnehmung unserer Hände, mit großer Dankbarkeit und viel Respekt vor dem menschlichen Körper, den Novalis als "Tempel" bezeichnet.“

Das Projekt soll weitergeführt werden, da einige Themen noch nicht ausgereizt sind und andere fehlen, wie z. B. die Holzwerkstatt, das Kupfer, die Textilwerkstatt, der Intellekt der Oberstufe und weitere Themen. Außerdem kann das Projekt auf andere Schulen übertragen werden. Der Verband der Waldorfschulen möchte das Projekt zur 100-Jahr-Feier aufnehmen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte im Schulbüro, die Bestellungen werden gesammelt für eine neue Auflage. Die Kosten pro Buch betragen 39,00 Euro bei 50 Bestellungen.

 

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